RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Rallye-WM: Interview

Toyota will Konkurrenz überraschen

Welches Ass hat Toyota für das WM-Comeback im Ärmel? Chefingenieur Tom Fowler erhofft sich jedenfalls einen entscheidenden Vorteil.

Fotos: Werk

Chefingenieur Tom Fowler glaubt, dass Toyota die Konkurrenz bei der Rückkehr in die Rallyeweltmeisterschaft 2017 mit einem andersartigen Konzept überraschen wird. Nach dem WM-Abschied vor knapp zwei Jahrzehnten hat sich Toyota mit dem Rallyeteam des vierfachen Weltmeisters Tommi Mäkinen zusammengetan, um eine WRC-Version des Yaris zu bauen, die bereits komplett nach den Regeln der kommenden Saison entwickelt wurde.

Bisher wurde nur ein Übergangsauto getestet, das auf dem Design des aktuellen Serienmodells basiert, doch Fowler erklärt, dass sich das finale WRC vom Rest des Feldes abheben werde. "Das Gesamtkonzept ist ganz anders", verrät er und ergänzt: "Es ist noch zu früh, um die Unterschiede des Autos zu beschreiben, denn damit würden wir einen Vorteil aufgeben."

Fowler gibt an, dass sich die Form des Wagens zwar noch ändern wird, dass die mechanischen Elemente des 2017er-Modells aber bereits im Testauto verbaut sind. "Die Unterseite ist gar nicht so anders", verrät er. "Wir können die aktuellen Testautos mit den Daten für die 2017er-Wagen entwickeln. Von außen sieht das Testauto also wie ein 2015er-Auto aus, aber innen ist es ein 2017er-Wagen."

Er deutet an, dass es beim finalen Design für 2017 große aerodynamische Fortschritte geben wird. "In den Autos der vorherigen Generation wurde nicht so viel Wert auf die Aerodynamik gelegt", sagt Fowler. "Das andere Extrem sind Formel-1-Autos – dort wird jedes Teil der Aufhängung benutzt, um einen kleinen Aerovorteil zu gewinnen. So etwas gab es im Rallyesport nie, und auch wir werden nicht alles der Aerodynamik opfern – aber die Balance wird sich verschieben."

Toyotas offizielle Motorsportbasis nahe Köln hatte bereits mit der Arbeit am WRC-Projekt begonnen, bevor Mäkinens Organisation in Finnland die Aufgaben übernahm. Fowler sagt, dass nichts vom TMG-Yaris in das Mäkinen-Design eingeflossen sei, allerdings habe das Team am Motor sehr eng mit dem Werk zusammengearbeitet. Obwohl man also in jeder Hinsicht ganz von vorne beginnen musste, ist Fowler überzeugt, dass die WM-Rückkehr aufgrund der vielen Regeländerungen zu einem guten Zeitpunkt kommt.

"Wir starten mit einem weißen Blatt Papier, und das ist ein Vorteil", erklärt er. "Wir beginnen aus einer Position heraus, in der wir nicht viele Vorteile haben, aber das ist einer: Wir haben keine alten Teile, die wir übernehmen oder die wir aus finanziellen oder praktischen Gründen noch einmal verwenden müssen. Alles an unserem Auto ist auf die neuen Regeln ausgelegt."

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye-WM: Interview

- special features -

Weitere Artikel:

WRC, Akropolis: Bericht K4

Immer noch in Führung!

Das große Abenteuer Akropolis Rallye: Zwar mussten Johannes Keferböck und Ilka Minor nach einem Defekt am Freitagmorgen ihre sportlichen Ambitionen früh hintan stellen - doch mit einer Zielankunft konnte die Führung im WRC Masters Cup behalten werden. Jetzt geht es nach Estland…

Mitropa Cup: Rally del Casentino

Start-Ziel-Sieg für Albert von Thurn und Taxis

Albert von Thurn und Taxis und Jara Hain gewinnen die Mitropa Rally Cup Wertung bei der 46. Rally Internazionale del Casentino. Rino Muradore /Cristina Delbello siegen im Ford Escort RS 1800 MKII in der Wertung für historische Fahrzeuge.

ET König Judenburg Rallye: Bericht AARC

Steinbock/Bachmayer übernehmen AART-Führung

Steinbock/Bachmayer übernehmen die Führung in der AART Zwischenwertung und Max & Ben Maier sind nach der „ET-König Rallye powered by Peter Hopf“ die neuen Leader in der AARC!

WRC, Rallye Akropolis: Nach Tag 3 (SP13)

Showdown am Sonntag: Ogier jagt Neuville!

Dramatische Rallye Akropolis mit vielen Reifenschäden: Nach zwei Etappen führt Neuville knapp vor Ogier. Keferböck schon früh technisch angeschlagen - doch die Zielankunft würde sich lohnen…

Im Gespräch mit Georg Höfer & Martin Dohr

Seltener Einblick in die ORM-Rallyeleitung

Was macht ein Rallyeleiter? Welche Aufgaben hat er/sie zu bewerkstelligen? Welches Grundwissen ist nötig? Und: Warum der Einsatz von GPS das Leben der Rallyeleitung entschieden verbessert hat…

Rally Zelezniki: Bericht AARC

Nervenkrieg noch vor dem Start

Nervenkrieg noch vor dem Start der AARC-Rally Zelezniki bei Thomas Regner und Tibor Érdi!