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Citroen kontrolliert das Geschehen, Stohl fährt stark

Bei der OMV-Deutschland-Rallye ist alles beim alten: Nach SP 10 führen die Citroen-Piloten vor Grönholm (Peugeot). Stohl fährt gute Zeiten.

Manfred Wolf

Der WM-Tross wechselte von den Weinbergen an der Mosel in das Truppenübungsgelände rund um die berühmt-berüchtigte „Panzerplatte“. Und der Sieger der letzten Jahre, Sebastien Loeb, gewann gleich in aller Früh die Auftaktprüfung („Bosenberg 1“) über 22,05 Kilometer. Zweitschnellster war Stephane Sarrazin (Subaru) und Gigi Galli (Mitsubishi) die damit für etwas Abwechslung in den Bestenlisten sorgten. Unmittelbar dahinter platzierte sich Marcus Grönholm (Peugeot), der den Kampf gegen die dominanten Citroens ja bereits aufgegeben hat. Etwas mehr Zeit verlor Francois Duval, auf dieser ersten SP des zweiten Tages hatte man beinahe den Eindruck, der junge Belgier wolle den ausgezeichneten zweiten Platz für Citroen sicher nach Hause fahren.

Und auch die achte SP („Panzerplatte 1”, 29,56 Kilometer) sah denselben Sieger, wie die meisten Prüfungen zuvor: Sebastien „SuperSeb“ Loeb. Francois Duval hatte wieder Speed aufgenommen und war Zweiter, Marcus Grönholm auf Drei – das kam einem fast bekannt vor… Dahinter gab es allerdings große Schwierigkeiten für den Viert- bzw. Fünftplatzierten: Sowohl Petter Solberg als auch Toni Gardemeister bekamen technische Probleme.

An Solbergs Subaru versagte die Kupplung, allerdings noch vor dem Start zur Prüfung, der Norweger verlor schon am Weg dorthin über neuen Minuten, was ihm 1:30 Minuten Strafzeit einbrachte. Damit, und mit der Zeit, die er auf der Prüfung verlor (knapp zwei Minuten), fiel er in der Gesamtwertung auf den zwölften Rang zurück. Toni Gardemeister musste seinerseits auf der Prüfung anhalten, ein Elektronik-Defekt legte den Ford des Finnen lahm und bescherte ihm einen enormen Zeitverlust.

Da ein Unglück selten alleine kommt, traf es auch gleich den zweiten Ford-Werksfahrer: Roman Kresta verlor über eine Minute auf die Bestzeit von Loeb. In der Gesamtwertung machten damit einige Piloten einen Satz nach vorne: Markko Märtin (Peugeot) von sieben auf vier, Gigi Galli von acht auf fünf, Ford-Privatier Dani Sola war so schon Sechster. Und Armin Schwarz schien erstmals in den Punkterängen auf, auch wenn er auf dieser SP selbst eine Menge Zeit verlor.

Neunte Sonderprüfung („Erzweiler 1”, 18,21 Kilometer), achte Bestzeit: Sebastien Loeb scheint in Deutschland unschlagbar. Dieses Mal war Marcus Grönholm Zweiter, Duval kam auf den dritten SP-Rang – wenigstens etwas Abwechslung… Dafür war Toni Gardemeister wieder da, er erzielte eine starke fünfte SP-Zeit, knapp hinter Markko Märtin.

Und endlich auch ein Erfolgserlebnis für Manfred Stohl: Der Wiener, nach seinem unverschuldeten Aus am ersten Tag als Re-Starter wieder dabei, steuerte seinen privaten Citroen Xsara zur sechstbesten Zeit. Im Gegenzug hatte ein anderer deutschsprachiger Pilot Pech: Armin Schwarz musste seinen Skoda Fabia nach einem Motordefekt abstellen – in dieser (Abschieds-)Saison will es für Schwarz offensichtlich gar nicht laufen.

Dann der zweite Durchgang über die „Panzerplatte“, zehnte SP, wieder über 29,56 Kilometer: Wie durch ein Wunder keine Bestzeit von Loeb, sein Teamkollege kann das mit 6,1 Sekunden Vorsprung verhindern. Hinter Duval und Loeb bietet Dani Sola eine enorm starke Leistung, der spanische Ford-Privatier fährt die drittschnellste Zeit, noch vor Marcus Grönholm.

Ähnlich toll die Leistung des Teams gleich dahinter, auf SP-Rang fünf: Manfred Stohl und Ilka Minor geben kräftig Gas und zeigen ihr Potential. Während Stohl mit seinem tollen Tempo in der Gesamtwertung nichts mehr gut machen kann, gelingt dies dafür Sola: Er überholt Gigi Galli in der Gesamtwertung im Kampf um den fünften Platz. Und noch jemand konnte Plätze gut machen: Asphalt-Spezialist Stephane Sarrazin arbeitet sich immer weiter nach vorne, nachdem ihn ein Ausrutscher auf der ersten Etappe weit zurück geworfen hatte: Mit einer guten Zeit schiebt er sich an Harri Rovanperä (Mitsubishi) und an Stohls Teamkollegen Xavi Pons vorbei auf den achten Gesamtrang.

Gruppe N: Wieder Pech für Wolff, Gaßner führt weiter

Ähnlich wie bei den „Big-Bangers“ geht es auch in der Gruppe N zu: An der Spitze scheinen die Positionen bezogen zu sein: Hermann Gaßner führt überlegen, einen sicheren zweiten Platz hat der junge Steirer Andi Aigner vom Red Bull Juniorteam inne. Und der schnelle Finne Jari-Matti Latvala belegt nach wie vor Rang drei.

Toto Wolff haderte derweil mit der Technik: Nach seiner tollen Leistung am Freitag spielte die Technik einen Streich und verhinderte ein Spitzenergebnis – das Differential wurde daraufhin getauscht. Doch Toto kam nicht weit, genauer gesagt, nur bis zur ersten Prüfung:

„Diesmal war es das Getriebe. Ich hab’ plötzlich keinen Gang mehr hineingebracht, bin ausgerollt und musste aufgeben. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, auch gleich das Getriebe zu tauschen. Aber hinterher ist man immer schlauer“, sagt der Wiener, verständlicherweise schwer enttäuscht. Ob Toto am Sonntag zur 3. Etappe nochmals antreten wird, steht noch nicht fest.

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