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WRC: Schweden-Rallye

Capito ist stolz auf Mikkelsen

Andreas Mikkelsen zeigte bei Schweden-Rallye die beste Leistung seiner bisherigen WRC-Karriere. Auch Jost Capito zeigt sich beeindruckt.

Bei der Rallye Schweden ist Andreas Mikkelsen an der Spitze der Rallye-Weltmeisterschaft angekommen. Der Norweger in Diensten von Volkswagen zeigte in Skandinavien seine bisher stärkste Leistung in der WRC, kämpfte lange mit seinem Teamkollegen Jari-Matti Latvala um den Sieg und jubelte im Ziel der Rallye als Zweiter über das erste Podium seiner WRC-Karriere. "Wir hatten einen guten Test, daher wusste ich, dass ich an einem perfekten Wochenende auf dem Podium landen kann", sagt Mikkelsen. "Wir kämpften von Anfang an um die Spitze, bis ich am Samstagmorgen auf der zweiten Prüfung einen Fehler machte."

Der Norweger war sich schon vor dem Start seiner Quasi-Heimrallye sicher, dass ihm in Schweden wenn nicht ein Meister- doch zumindest ein Gesellenstück gelingen kann. "Ich hatte mir vorgenommen, eine gute Leistung zu zeigen und wusste, dass die Rallye Schweden eine meiner stärksten Veranstaltungen ist, obwohl ich seit 2008 dort nicht mehr in einem World-Rally-Car gefahren bin", sagt der 24-Jährige.

Auch Volkswagen-Motorsport-Direktor hatte seinem Schützling in Schweden eine Menge zugetraut. "Das vergangene Jahr war ein Lehrjahr für Andreas, der von allen die wenigsten Testkilometer hatte. Er hat im vergangenen Jahr einen fantastischen Job gemacht, daher waren wir zuversichtlich, dass er einige Male um das Podium kämpfen kann", sagt er. "Schweden war die erste Gelegenheit, und er kämpfte nicht nur um das Podium, sondern sogar um den Sieg."

Mikkelsen fuhr seit dem Beginn der Rallye unter den Top drei und machte seinen Teamkollegen Latvala und bis zu dessen Fehler am Freitag auch Weltmeister Sebastien Ogier das Leben schwer. Am Schlusstag hatte der Norweger immer noch Chancen auf den Sieg - bis zu einem Fahrfehler auf der 18.
Sonderprüfung. "Das war ein dummer Fehler. Ich fuhr zu schnell in eine Kurve und sammelte mit der Fahrzeugfront eine Menge Schnee auf", so Mikkelsen.

"Ich konnte weiter fahren, aber nur im Straßenmodus, denn der Motor lief heiß", erklärt der 24-Jährige. Im Straßenmodus, der für die Verbindungsetappen verwendet wird, hat der Motor deutlich weniger Leistung als im "scharfen" Stage-Modus. So verlor Mikkelsen rund eine halbe Minute auf Latvala. "Danach lag ich zu weit hinter Jari-Matti und es ging es nur darum, den zweiten Platz abzusichern."

Die unbekannte Situation, plötzlich um den Sieg einer WM-Rallye zu kämpfen, zerrte in der Nacht vor dem Schlusstag ein wenig an den Nerven des 24-Jährigen. "Ich bin vier oder fünf Mal aufgewacht und habe über verschiedene Situationen nachgedacht", sagt Mikkelsen. Auch vor der letzten Wertungsprüfung stieg Nervosität in ihm hoch. "Im letzten Abschnitt, dem Skigebiet, war es schrecklich. Da haben mir die Knie gezittert, das war der schwierigste Teil der Rallye. Das bin ich sehr ruhig angegangenen."

Damit stand das erste Podium seiner WRC-Karriere fest, welches sich Mikkelsen vor allem durch eine kontrollierte Fahrt verdiente. "Ich war nie an einem Punkt, wo ich gesagt hätte: 'Lass uns alles geben und auf das Beste hoffen...' Es gelang mir, meine Fahrt zu kontrollieren und nur geringe Risiken einzugehen."

Capito ist nach dieser starken Vorstellung sichtlich stolz auf seinen Nachwuchsmann. "Besonders beeindruckend war, dass er dieses Resultat nicht durch Probleme oder Fehler anderer erreicht hat. Er hat von Beginn an um die Spitze gekämpft und ist bei der ersten SP die schnellste Zeit gefahren", sagt er. "Das war viel mehr, als wir von ihm erwartet haben, das ganze Team ist von seiner Leistung beeindruckt."

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