CLASSIC

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Der GP von Gröbming, Höhepunkt der Ennstal-Classic 2007 (24. bis 28. 7. steht im Zeichen der berühmtesten Silberpfeile von der Auto Union und Mercedes-Benz.

Unter dem Motto «Die Rückkehr der Saurier» werden den Zuschauern in Gröbming zwei Grand Prix Rennwagen einer Rasse demonstriert, die mit Beginn des zweiten Weltkrieges aussterben sollte. Im Zeitalter der windkanalgestylten, von Spoilern und Flügeln zum Einheits-Look verdammten Formel 1-Autos, muten sie tatsächlich wie vorsintflutliche Tiere an und sie sind die letzten Spezies, einer Epoche, die sie jahrelang geprägt haben. Konkret: der Mercedes-Benz W154 und der Auto Union D-Typ, beide aus dem Jahre 1939.

1938 wurde die 750-kg-Grand Prix Formel von einer neuen abgelöst, die 3-Liter Motoren mit Kompressor zuließ. Die Auto Union hatte nach dem Tod ihres Star-Piloten Bernd Rosemeyer sogar den Rückzug für die Saison 1938 in Erwägung gezogen. Aber letztlich war der neue D-Typ der Auto Union rennfertig, der unter der Leitung von Prof. Eberan von Eberhorst, einem gebürtigen Wiener, entstanden war. Sowohl die Auto Union als auch Mercedes-Benz entschieden sich für V-12 Zylindermotoren, im Auto Union saß der Motor traditionsgemäß im Heck, bei Mercedes im Bug.

Der Mercedes W154 leistete bereits 1938 im Tripolis-Grand Prix 438 PS. Der Motor war ein Monstrum, er wog 253 kg. In Reims erreichte der W154 in den einzelnen Gängen folgende Höchstgeschwindigkeiten in km/h: 99-150-216-240-281. Mit einem Trockengewicht von 975 kg lag der Bolide nicht nur 125 kg über dem erlaubten Mindestsgewicht, sondern er war auch bedeutend schwerer als der Heckmotorwagen der Auto Union, der 893 kg wog. Der Spritverbrauch im Rennen bewegte sich zwischen 120 bis 145 Liter pro 100 Kilometer, gefahren wurde mit einer geheimen Mischung aus Methanol, Benzol, Äthanol, Petrol-Äther, Toluol, Nitrobenzol und Rizinusöl.

Rudolf Carraciola wurde 1938 Europameister, für 1939 wurde der W154 modifiziert, das Gewicht auf 898 kg abgespeckt. Mittels Zweistufen-Gebläse wurde die Leistung auf 480 PS getrieben.

Auch die Auto Union rüstete für 1939 ihren D-Typ gewaltig auf, mit einem Zweistufen-Gebläse stieg die Leistung von 390 auf 485 PS, fahrfertig kam der Rennwagen auf ein Leistungsgewicht von 2,1 kg/PS.

1939 wurde Hermann Lang auf Mercedes Europameister, er siegte in Pau, im Eifelrennen, in Belgien und in der Schweiz, Caracciola gewann den Großen Preis am Nürburgring. Im Grand Prix von Frankreich gab es für den D-Typ der Auto Union einen Doppelsieg: H.P.Müller vor Schorsch Meier. Und Tazio Nuvolari setzte den Schlusspunkt hinter die Vorkriegs-Ära der deutschen Silberpfeile, er holte sich auf Auto Union an jenem 3. September 1939, an dem der Zweite Weltkrieg ausbrach, im Grand Prix von Belgrad den Lorbeerkranz.

Und genau dieses Auto, hat die Abteilung «Audi Tradition», in die die Traditionsgesellschaften Auto Union und NSU integriert sind, in England nach Original-Plänen fahrfertig nachbauen lassen: ein sensationelles Projekt zur Wiederbelebung eines Fabelwesen.

Am 28. Juli werden die Grand Prix-Saurier in Gröbming losgelassen.

> Mehr Infos: ww.nnstal-classic.at

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