CLASSIC

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

"Ich habe wenig Benzin im Blut"

Er ist einer der bekanntesten Schweizer der Welt - beim "Grand Prix von Gröbming" pilotiert der langjährige Rennstallbesitzer Peter Sauber einen BMW 507.

Michael Noir Trawniczek, Foto: Markus Kucera

Peter Sauber kennt man. BMW ehrt den langjährigen Rennstallbesitzer mit der Bezeichnung "BMW Sauber F1" für das werkseigene Formel 1-Team, auch nach der Übernahme des Sauber-Teams. Der weltweit bekannte Schweizer ist zum ersten Mal zu Gast bei der Ennstal Classic, dort pilotiert er am Samstag beim "Grand Prix von Gröbming" einen BMW 507.

In Hinwil, dem Sitz seines Teams, gibt es eine Sammlung sämtlicher Sauber-Boliden, beginnend mit dem C1 - das Herz jedes Oldtimer-Fans würde bei deren Anblick höher schlagen. Doch Peter Sauber verrät: "Wenn Sie das Stichwort Oldtimer sagen, dann werden Sie vielleicht überrascht sein - denn bei mir gibt es eigentlich keine Oldtimer. Ich habe die meisten meiner Formel 1-Autos zuhause und auch ein paar Sportwagen, aber ich habe zu diesen Fahrzeugen nicht die gleiche Beziehung wie jemand, der einen Oldtimer hat und diesen hegt und pflegt."

Die Begründung ist einleuchtend: "Ich hatte nie Zeit, zurück zu blicken und mich mit dem Gemachten zu beschäftigen. Mein Blick musste immer nach vorne gerichtet sein, in der Formel 1 sowieso. Also gibt es bei mir diese Liebe zu alten Autos nicht. Die gab es aber auch vorher nicht. Ich komme ja nicht aus dem Motorsport-Bereich."

Und wie sieht es bei den neuen Autos aus? Sauber sagt: "Für mich ist das Auto in erster Linie ein Transportmittel. Bei den neuen Autos bin ich natürlich froh, wenn ich ein gutes, ein sicheres und ein bequemes habe, das ist klar." Lachend fügt der Schweizer hinzu: "Also ich kann Autos durchaus auseinander halten, aber es ist nicht so, dass bei mir nun allzu viel Benzin im Blut ist.

An der Formel 1 habe ihn stets die "Kombination aus hochstehender Technik, Sport und Zirkus" fasziniert. Während die Ennstal Classic auch 2007 "Motorsport aus nächster Nähe" respektive "Motorsport zum Anfassen" bietet, habe sich der Formel 1-Zirkus von den Fans entfernt, das Fahrerlager bleibt für die Fans tabu. Und auch hier wartet Peter Sauber mit einer nüchtern klingenden, aber logischen Analyse auf: "Die Formel 1-Teams wurden immer größer - folglich wurde der Platz im Fahrerlager immer kleiner. Immerhin bemüht man sich nun langsam, wieder mehr Nähe zu den Fans zu erlangen."

Ein aus führliches Interview mit Peter Sauber finden Sie in der kommenden Woche auf motorline.cc.

Zur Ennstal-Classic Website

News aus anderen Motorline-Channels:

Ennstal Classic 2007

Weitere Artikel:

Kleiner Bruder, das Luder

Helden auf Rädern: Renault 6

Plattformübergreifende Entwicklungen waren schon in Mode, bevor sie wirklich in Mode kamen. Im Falle des Renault 6, brachte das Gleichteileprinzip aber fast mehr Nach- als Vorteile mit sich.

Der internationale Kompromiss

Helden auf Rädern: Monteverdi Safari

Wenn keiner mehr luxuriöse Sportwagen möchte, liegt die Lösung nicht immer bei preisgünstigen Modellen. Luxuriöse Offroader sind eine probate Alternative, und so verhalf der Safari Monteverdi zum größten Erfolg der Firmengeschichte.

Gleich, aber nicht

Helden auf Rädern: VW Mitra

Dieser VW Transporter ist kein VW Transporter. Oder zumindest nur teilweise. Jedenfalls nicht so, wie man es anhand der Optik vermuten würde. Eine wirre Geschichte, die nicht lange gutgehen konnte.

Schiebung will geformt sein

Helden auf Rädern: Renault Estafette

Wenn sich ein Player nicht an die Spielregeln hält, muss man kreativ werden, um noch mitmischen zu können. Renaults Weg zum Estafette war etwas steinig und warf irgendwie alle Pläne über den Haufen, die man für die Marke hatte.

Als Kombis noch lange nicht Mainstream waren, wollte man in Montevideo unbedingt einen haben. Ohne wenn und aber, weswegen der NSU P10 keinen riesigen Erfolg hatte. Das Genick brachen ihm aber eher die Begleiterscheinungen.

Wenn man ein simples Arbeitstier schon überzeichnet, dann bitte ordentlich. Dass dem Mazda Rotary Pick-up dennoch keine große Karriere zuteil wurde, lag vor allem am schlechten Timing. Aber auch am Charakterdarsteller Wankelmotor.