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Neubauer: „Spaß ist gerade jetzt wichtig!“
Foto: Robert May

„Spaß ist gerade jetzt wichtig!“

Hermann Neubauer beehrt die Motorline Rallye Challenge - der zweifache Staatsmeister spricht über die Unterschiede zwischen Sim-Racing und Realität...

Michael Noir Trawniczek

Für nicht wenige Fans war es eine Enttäuschung, dass beim virtuellen Formel 1-Grand Prix, immerhin von F1-Promotor Liberty Media ins Leben gerufen, sämtliche Spitzenpiloten der „Königsklasse“ auslassen, lediglich ein aktiver F1-Piot befindet sich im Starterfeld, die Ausreden eines Max Verstappen werden wohl in die Gescichte eingehen..

Ganz anders Hermann Neubauer - der zweifache Rallye-Staatsmeister hat kurzfristig beschlossen, an der Motorline Rallye Challenge teilzunehmen, unter seinem echten Namen. Seine Zeit , nach der Fahrt im Renault Alpine, auf Platz 40, sandte er mit einem lachenden „So a Schas“. Von seinem Selbstbewusstsein kann sich so mancher F1-Pilot mit bekanntem Nachnamen eine Scheibe abschneiden.

Übrigens sind mit Luca Waldherr, Christoph Zellhofer, Nikolai Landai, Fabian Zeiringer, Raffael Sulzinger, Christian Mitterlehner oder Patrick Liendl zahlreiche aktive Rallyefahrer in der MRC am Start - dazu kommen Tourenwagen-Pilot Fabian Ohrfandl, Jännerrallye-Mastermind Georg Höfer, Patrick Bamminger vom gleichnamigen Rallyeteam, einige unserer besten Rallye-Fotografen und viele mehr, schlussendlch wohl auch einige der besten Sim Racer des Landes - sie alle sorgen für ein beeindruckendes Starterfeld der spontan ins Leben gerufenen Motorline Rallye Challenge...

Hermann, du hast dich kurzfristig dazu entschlossen, an der Motorline Rallye Challenge teilzunehmen...

Ja, ich denke, gerade in schwierigen Zeiten wie diesen ist es auch wichtig, bei einer Gaudi mitzumachen und etwas Abwechslung in den Alltag zu bekommen. Mir macht Sim Racing Riesenspaß - dabei hätte ich meinen Simulator im Frühjahr beinahe verkauft, da ich recht wenig Zeit dafür habe. Ich musste Luca (Waldherr, d. Red.) fragen, wie man gewisse Dinge enstellen muss. Ich bin nicht der totale Computerfreak und fahre aus reinem Spaß mit, ich will und kann da sicher nicht der Beste sein. Andere sind da viel professioneller unterwegs - die echten Sim Racer setzen hier die Maßstäbe.

Diese Sim Racer interessiert es nun sicher brennend, wie realistisch du diese Art von virtuellem Motorsport einschätzt...

Es ist meiner Meinung nach sehr schweíerig für den echten Rallyefahrer, in der Simulation zu bestehen. Als Rallyefahrer sind wir es gewohnt, über unseren Hintern beziehungsweise eigentlich den ganzen Körper Feedback zu erhalten. Im Simulator bekommst du ein ganz anderes Feedback.

In welchen Bereichen entspricht es mehr der Realität, in welchen weniger?

Am Lenkrad fühlt es sich sehr gut an, wobei ich hier doch ein recht anspruchsvolles Lenkrad habe. Prinzipiell fühlt sich der Simulator in Rundstreckensimulationen noch realistischer an. Hier ist es auch leichter umzusetzen, da haben wir die Reibwerte vom Asphalt und dergleichen dabei. In punkto Fahrdynamik kommt letztendlich nur ein Full Motion Simulator in die Nähe der Realität - wobei solche Simulatoren ja nur den wenigsten zugänglich sind - und um Spaß zu haben, ist das auch gar nicht notwendig.

Welchen Simulator verwendest du?

Das ist ein Simulator, den ein guter Freund von mir gebaut hat - ihn kenne ich schon lange. Da haben wir einfach den Sitz meines alten Subaru genommen und das Cockpit rundherum aufgebaut. Dieser Freund von mir, Alexander Warscher, betreibt die Seite 4race.at - diese Simulatoren sind schon ziemlich professionell, die Kosten bleiben aber dennoch überschaubar.

Lesen Sie am Montag den zweiten Teil unseres Interviews mit Hermann Neubauer: Wie er die aktuelle Lage im Rallyesport einschätzt und warum er bereits dem „Restart“ nach den Corona-Maßnahmen entgegenfiebert...

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