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Das intelligente Lehrgeld

Selten zuvor und beinahe nie danach war Audi so innovativ wie bei ihrer Interpretation eines zeitgemäßen und sparsamen Kleinwagens. Ein perfektes Konzept, das seiner Zeit voraus flog, und einfach schief gehen musste.

Roland Scharf

Die Kunst des Autobaus besteht nicht einfach nur darin, ein gutes Fahrzeug zu bauen. Vielmehr ist es wichtig, das jeweils passende Modell zum richtigen Zeitpunkt zu lancieren – da muss es nicht einmal der letzte Schrei sein. Auf die besonders harte Tour musste das Audi vor 20 Jahren lernen, als es der Marke mit den vier Ringen besser ging wie nie. All die coolen Sachen, die ihr Image ausmachten, die Turbos und Diesel und Quattros, von diesem “Vorsprung durch Technik” musste man ja auch auf völlig neuen Ebenen profitieren. Und das bedeutete in der Zeit der beginnenden Leistungseskalation: Kleiner. Leichter. Ja, und schwächer.

Also bediente man sich der neuesten Errungenschaft namens Audi Space Frame, einer cleveren und in Großserie produzierbaren Bauweise von Vollalu-Karosserien. Was beim A8 in der oberen Liga klappt, das sollte sich doch auch bei den Kleinsten zu Geld machen können. Und so entstand der bislang einzige Minivan aus diesem Leichtmetall, der noch dazu eine Stromlinie wie der F16-Kampfjet aufweist und ein so cleveres Packaging aufweist, dass auf nicht einmal vier Metern Länge Platz für vier Personen und ihr Gepäck ist.

Der A2 war ein Geniestreich auf seinem ganz eigenen Gebiet, und Luc Donkerwolckes Design ohne jeglichem Schnörkel tat sein Bestes, diesen nüchternen und hochprofessionellen Zugang des Neuen aus Ingolstadt auch nach außen hin darzustellen. Allein – das interessierte einfach niemanden. Zur Jahrtausendwende war es nämlich so, dass jeder irgendwie die Lust auf Leistung entdeckt hatte. Je stärker, desto besser. Technologien, die ein Auto schneller machten, waren herzlich willkommen. Diese aber für weniger Verbrauch zu verschwenden, wollte einfach niemandem einleuchten.

Der A2 war also wirklich kein schlechtes Auto, da er ja nicht einmal rosten konnte und erstaunliche Langläuferqualitäten entwickeln sollte. Es kapierte einfach niemand, warum man hier nicht die neuen Turbomotoren aus der Palette einsetzte – wenn er denn schon so leicht war. Dazu kam noch Audis Preispolitik, die nur auf den ersten Blick gewagt war. Sicher kostete ein ähnlich starker Fiat Panda nur knapp die Hälfte. Und ein gleich motorisierter Polo war immer noch um rund 50 Prozent günstiger. Dennoch musste Audi pro verkauftem A2 knapp 7.000 Euro draufzahlen.

Es war also irgendwie der Wurm drin, und jegliche Versuche, die Alukugel (der Volksmund gab dem Image des Audi dann noch den Rest) irgendwie aufzuwerten, waren zwar nett. Aber kein TDI oder Sport-Paket konnte das baldige Ende aufhalten. Nach nur fünf Jahren zog Audi 2005 den Stecker, und war sogar ein wenig froh darüber, dass der Spuk des zu gewagten Vorsprungs vorbei war, denn: Heutzutage käme ein dermaßen auf Effizienz getrimmter Kleinwagen vermutlich deutlich besser an.

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Wenn die Hausmarke nicht das passende Modell im Programm hat, dann baut man es halt einfach selbst. Dass der Italien-Importeur mit seinem Italia 2000 einen kommenden Triumph vorwegnahm, konnte er damals noch nicht ahnen.