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Neuer "Über"-911er

Den Hochleistungs-Sportwagen 911 GT3 bringt Porsche im August auf die Straße. Damit startet mittlerweile die fünfte Generation der seit 1999 gebaute verschärfte Sportversion mit Saugmotor.

mid/ts

Der jetzt auf dem Automobilsalon in Genf (7. bis 17. März) präsentierte GT3 wartet mit 350 kW/475 PS auf.

Der 3,8-Liter-Sechszylinder Boxermotor basiert auf dem Motor des Carrera S, den die Zuffenhäuser allerdings komplett überarbeitet haben. Dieser hat neue Zylinderköpfe mit größeren Ein- und Auslasskanälen, größeren Ventilen und einer eigenständigen Ventilsteuerung mit Schlepphebeln erhalten. Erstmals in einem GT3-Motor setzt Porsche eine Benzin-Direkteinspritzung ein, was eine höhere Effizienz und damit eine verbesserte Leistungsausbeute erwirkt.

Der Motor nutzt ein Hochdrehzahlkonzept, wobei erst bei 9 000 U/min das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Auch das Doppelkupplungsgetriebe "PDK", das die Leistung an die Hinterräder weitergibt, hat Porsche speziell für den GT3 weiterentwickelt. Der Fahrer schaltet wahlweise manuell über Schaltpaddles beziehungsweise den Wählhebel oder überlässt die Schaltarbeit der adaptiven Getriebesteuerung. So sprintet das Top-Modell in nur 3,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 km/h, in weniger als zwölf Sekunden von Null auf 200 km/h und erreicht maximal 315 km/h.

Um die bei der Baureihe ohnehin hohe Fahrdynamik weiter zu verbessern, verbaut der Hersteller unter anderem eine elektronisch geregelte, vollvariable Hinterachs-Quersperre und dynamische Motorlager. Neu entwickelt hat Porsche das Vollaluminium-Fahrwerk.

Ein längerer Radstand und größere Spurbreiten verbessern die Längs- und Querstabilität. Wie bei den bisherigen GT3-Modellen ist es in Höhe, Spur und Sturz einstellbar. Zu den technischen Neuerungen zählt auch eine aktive Hinterachslenkung, die geschwindigkeitsabhängig für höhere Agilität und Stabilität sorgt. Bis 50 km/h lenkt das System um maximal 1,5 Grad in die entgegengesetzte Richtung der Vorderräder. Ab 80 km/h stellt das System die Hinterräder parallel zu den Vorderrädern.

Die 1.430 Kilogramm Leichtbau-Karosserie basiert auf der des 911 Carrera und ist im Vergleich zum Vorgänger-GT3 um 13 Prozent leichter. Gleichzeitig steigt die Torsionssteifigkeit um 25 Prozent. Optisch unterscheidet sich der GT3 gegenüber dem Carrera durch ein 44 Millimeter breiteres Heck, einen geänderten Front- und Heckspoiler und insbesondere durch den typischen feststehenden, großen Heckflügel. Neben de der serienmäßigen Bi-Xenon-Anlage sind nun auch Voll-LED-Scheinwerfer erhältlich.

Bezeichnend für den Anspruch des Über-911ers sind die beiden wählbaren Fahrprogramme: "Sport" und "Race Track" (Rennstrecke). Einen "Normal"-Modus gibt es nicht, denn das Auto ist nicht "normal". Laut Porsche kommen rund 80 Prozent der GT3-Fahrzeuge nur auf der Rennstrecke zum Einsatz.

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