RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
MRC Neuseeland: Sieg für Traußnig, Titel für Hüfinger
Fotos/Screenshots: Codemasters Dirt 2.0

Fotofinish beim letzten Saisonlauf

Spannender hätte die Saison nicht enden können, Thomas Traußnig gewinnt das Finale 0,14 (!) Sekunden vor Simon Seiberl, Florian Hüfinger verliert in letzter SP über eine Minute und wird dennoch Meister.

Was war das für eine Rallye! Der 8. und letzte Lauf der aktuellen MRC-Saison powered by Dirt 2.0 von Codemasters war an Spannung und Dramatik nicht zu überbieten, die Protagonisten der Serie lieferten sich bis zur Ziellinie einen unerbittlichen Kampf um den Sieg. Neuseeland war Schauplatz des großen Finales, bei dem es auch noch um den Titel ging. 12 Sonderprüfungen mit einer Gesamtfahrzeit von über einer Stunde verlangten höchste Konzentration, als Favorit ging Gesamtleader Florian Hüfinger ins Rennen, gefolgt von Thomas Traußnig, dem Gesamtzweiten und Simon Seiberl, ebenfalls immer für einen Sieg gut. Die Fahrzeugwahl des Trios war wohl kein Zufall, wenngleich doch außergewöhnlich, schließlich ist der Mitsubishi Space Star in R5-Ausführung nicht gerade auf anzutreffen. Zu den neuseeländischen Schotterpfaden dürfte er dennoch gut passen, immerhin wählten ihn fünf aus den Top-Ten. Die anderen fünf vertrauten auf den bewährten Ford Fiesta R5 MK I und MK II.

Doch der Reihe nach. Hüfinger eröffnete die Rallye mit einer Bestzeit, nur zwei Zehntel dahinter Simon Seiberl. Thomas Traußnig mit einem eher verhaltenen Beginn, er verlor über sechs Sekunden, nur die achte Zeit. Drittschnellster Jörn Limbach gefolgt von Benjamin Nakov. Die zweite SP gehörte dann Seiberl, er nahm Hüfinger 1,6 Sekunden ab und damit auch die Führung, dahinter John Reese und Franz Mittendorfer, Thomas Traußnig verliert abermals 7,2 Sekunden, nur Rang fünf. Zur Erinnerung: Um den Titel zu holen, müsste er gewinnen und Hüfinger dürfte nicht über Rang fünf hinauskommen, beides sah zumindest zu Beginn der Rallye nicht danach aus.

Doch Traußnig steigerte sich von SP zu SP und auf der dritten Sonderprüfung war es zwar einmal mehr Simon Seiberl, der die Bestzeit holte, 3,5 Sekunden dahinter aber schon Traußnig vor Hüfinger und Nakov. In der Gesamtwertung hatte Seiberl nach drei von zwölf SPs knapp sieben Sekunden Vorsprung auf Hüfinger und 16,6 auf Traußnig, Limbach und Michael F. komplettierten die Top-Fünf. Die vierte Sonderprüfung sollte das Klassment an der Spitze durcheinanderwürfeln. Seiberl verlor knapp 20 Sekunden, Traußnig holte die Bestzeit vor John Reese und Benjamin Nakov, Hüfinger zwar nur auf P4, dennoch übernimmt er die Gesamtführung vor Traußnig und Seiberl.

Die fünfte Sonderprüfung bringt dann ein neues Gesicht, John Reese holt sich vor Hüfinger, Nakov, Zeiringer und Traußnig die Bestzeit, Seiberl verliert abermals über 25 Sekunden – er hatte insgesamt nicht weniger als fünf Reifenschäden und zwei Überschläge auf den beiden Prüfungen zu verzeichnen – und fällt damit in der Gesamtwertung hinter Reese zurück auf Gesamtrang vier. Nach SP6 ist Halbzeit in Neuseeland, Hüfinger baut seine Führung weiter aus, 13 ,7 Sekunden dahinter Seiberl, 24,9 Sekunden fehlen John Reese und 33,7 Simon Seiberl, die Plätze daher einigermaßen bezogen. Auch auf der 7. SP sollte sich nicht allzuviel ändern, Seiberl mit Bestzeit vor Hüfinger, Nakov, Traußnig und Subasic, alle jedoch innerhalb von fünf Sekunden und somit ohne Platztausch. Auf SP8 verlor Hüfinger dann weitere 8,7 Sekunden auf Seiberl, ohne Folgen für die Gesamtwertung, wo er zehn Sekunden vor Traußnig und knapp 22 vor Seiberl lag.

Das Trio war dann auch auf der neunten SP an der Spitze zu finden, ähnlich das Bild auf der drittletzten SP10, wo Luca Waldherr mit einer starken Fahrt die dritte Zeit holte. Mit dem Ergebnis auf SP11 – Seiberl vor Hüfinger und Traußnig, Hüfinger führte neun Sekunden vor Traußnig und 15 vor Seiberl – schien die Rallye mehr oder weniger gelaufen. Da war aber noch die über 16 Kilometer lange Königsprüfung der gesamten Meisterschaftsrunde, die wurde noch dazu bei Nacht gefahren. Und plötzlich begannen sich die Ereignisse zu überschlagen.

Der Gesamtführende und Rallyeleader Florian Hüfinger holte sich in der dritten Kurve dieser Monsterprüfung einen Plattfuß, das Wechseln wird mit einer Minute Strafzeit geahndet. Doch so weit sollte es nicht kommen, Hüfinger hatte kein Ersatzrad mit und musste die 16 Kilometer mit einem Patschen fahren. Das tat er zwar in meisterlicher Manier, am Ende verlor er dennoch 1:14 Minuten! Und damit war Zittern angesagt. Wie sich herausstellen sollte, durchaus berechtigt. Seiberl holte eine weitere Bestzeit vor Traußnig, der gewann die Neuseeland-Rallye nach über einer Stunde und fünf Minuten mit einem Vorsprung von 14 (!) Hundertstel Sekunden...

Glück im Unglück für Florian Hüfinger, trotz des Missgeschicks holte er mit knapp einer Minute Rückstand noch den dritten Platz und somit den MRC-Titel! Hätte er weitere 20 Sekunden verloren, wäre nicht nur der Sieg, sondern auch der Titel weg gewesen, das konnte er gerade noch verhindern.

Der Sieger Thomas Traußnig zeigte sich im Ziel überglücklich: „Auch diese Runde der Motorline Rallye Challenge hat wieder sehr viel Spaß gemacht! Ich bin wirklich sehr überrascht, dass ich bei 7 von 8 Rallyes am Podest stehen und einmal Vierter werden konnte bei diesem starken Starterfeld. Es waren zwar einige Fehler in der Saison dabei, aber mein Grundspeed war gut und dass ich mit der Konstanz den zweiten Gesamtrang holen konnte, freut mich umso mehr!“

Nicht minder happy ist der frischgebackene Meister Florian Hüfinger: "Es war eine lange, schwierige Meisterschaft mit schönen Rallyes, wovon ich einige für mich entscheiden konnte. Ein, zwei Ausreißer waren dabei, weswegen es aufgrund der Konstanz von Thomas Traußnig bis zur letzten Prüfung spannend blieb. Schlussendlich bin ich glücklich einmal mehr die MRC für mich entschieden zu haben. Gratulation an Thomas Traußnig und auch an Simon Seiberl, der auch sehr stark war, ohne den Ausfall bei der Monte wär's auch noch spannend geworden."

In der Gesamtwertung fuhr Hüfinger 547 Punkte ein, Thomas Traußnig auf Rang zwei holte 533 Zähler. Mit 460 Punkten auf dem Konto – der Ausfall beim Saisonauftakt in Monte Carlo wurmt ihn heute noch – landet Simon Seiberl auf Rang drei vor Fabian Subasic mit 436 und Benjamin Nakov mit 420 Punkten. Manuel Rehberger, Jörn Limbach, Klaus Ostermann, Mike Engel, Gabriel Becker und Rudolf Fischerlehner komplettieren die Top-Ten. Insgesamt haben 111 Fahrer zumindest eine der acht Rallyes bestritten, ein tolles Ergebnis der ersten langen MRC-Saison!

Bis zum Start der nächsten Saison arbeiten die Veranstalter an einem neuen Austragungsmodus, weitere Details werden wie immer hier auf Motorline.cc bekanntgegeben. Als Testlauf ist von Donnerstag 14.01. 18:00 Uhr bis Sonntag 17.01. 18:00 Uhr eine Kurzmeisterschaft geöffnet, bei der Donnerstag/Freitag bzw. Samstag/Sonntag jeweils eine Sprintrallye im schwersten Schadensmodus gefahren wird. Wer Lust und Laune hat nimmt teil, Infos erfolgen am Donnerstag per Mail an alle eingeschriebenen Piloten!

SP-Zeiten und Gesamtstand

Anmeldungen sind jederzeit möglich, alle Infos dazu gibt es hier

News aus anderen Motorline-Channels:

MRC Neuseeland: Sieg für Traußnig, Titel für Hüfinger

Weitere Artikel:

Team Rosenberger vor der Hartbergerland-Rallye

Im Sturzflug durch die Steiermark

Zumindest was den Motorensound anbelangt, werden Kris Rosenberger und Co-Pilot Sigi Schwarz bei der Hartbergerland-Rallye die erste Geige spielen! Das „Rallye-Orchester“ freut sich auf die dritte Rallye zur heimischen Staatsmeisterschaft.

Keferböck/Minor bei Hartbergerland-Rallye

Podium als erklärtes Ziel

Bei Ilka Minors 300. Rallye möchte Johannes Keferböck schon im Vorfeld nicht kleckern - erklärtes Ziel ist das Podium oder zumindest ein Platz in den Top 5.

ARC Hartbergerland: Bericht Rosenberger/Schwarz

“Infernale grande“ - in die Herzen der Fans gebrüllt

Möglicherweise eine Überdosis an Zuneigung - mit dieser „Diagnose“ konnten Kris Rosenberger und Sigi Schwarz nach ihrem „Konzert in Porsche-Dur“ leben, mit dem Ausfall ebenso...

ARC Hartbergerland Rallye: ARC-Schlussbericht

ARC: Von Beginn an Spannung in den Wertungsgruppen

Am ersten Tag des ORM-Laufs war auch die Austrian Rallye Challenge zu Gast. Ungemein spannend verlief der Kampf um die vordersten Plätze in den jeweiligen Wertungsklassen.