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Cosworth hatte heuer den zuverlässigsten Formel 1 8-Zylinder (nur 1 Motorenschaden), periodenweise war er sogar der stärkste. Bereits im ersten GP des Jahres konnte eine Drehzahl von 20.000 U/min. abgerufen werden. Williams konnte aus diesem Motor kein Kapital schlagen, weil offenbar die falschen Leute am Chassis herummurksten.

Und Cosworth fand kein Formel 1 Team mehr, das sich diesen bemerkenswerten Motor kaufen wollte, denn Williams warf sich – was verständlich ist - an die Brust von Toyota, neben Toro Rosso durfte sich auch Spyker Ferrari-Treibsätze sichern.
Die Folge ist: Cosworth musste jetzt 200 Mitarbeiter entlassen.

Man muß sich bloß auf der Zunge zergehen lassen, was hinter den Kulissen passierte.

Der jahrelange Krieg zwischen FIA und Formel 1 Teams wurde unter dem Banner geführt, die Formel 1 billiger zu machen, um kleinen Teams, und speziell einem Motorenhersteller wie Cosworth das Überleben zu sichern.

Dazu kam: das FIA Weltkonzil erteilte einer Anfrage von Ferrari grünes Licht, derzufolge die Roten gleich zwei Teams mit Motoren beliefern dürfen.

Das war für Cosworth der Todesstoß.
Mit seinen V-8 Zylindermotoren war die Firma Cosworth in Northampton, von Keith Duckworth gegründet, zwischen 1967 und 1983 der größte und erfolgreichste Motorenlieferant der Formel 1.

Mit 155 Grand Prix Siegen bleibt der V-8 Zylinder DFV Motor das erfolgreichstee Triebwerk der Formel I Geschichte. Als Jaguar Racing Ende 2004 zugesperrt und von Ford auf die Verkaufsliste gesetzt wurde, schien auch Cosworth am Ende. Die Amerikanischen Milliardäre und Rennteam-Besitzer Kevin Kalkhoven, Jerry Forsyth und Paul Gentilozzi kauften Cosworth, man spricht von einem Schnäppchen um 30 Millionen Dollar. Als Red Bull Jaguar kaufte, kam auch in die neu übernommene Firma Cosworth wieder Leben, denn Ford zahlte für Red Bull im ersten Jahr die Cosworth-Motoren. Im Mai 2005 stand fest, dass Red Bull 2006 Ferrari-Motoren fahren wird.

Cosworths Deutscher Chefdesigner Alex Hitzinger, der mit 25 Ingenieuren den
Aufsehen erregenden 20.000 Touren-Motor entworfen hat, verließ bereits in Monza das sinkende Schiff. Er wurde von Gerhard Berger als neuer Technischer Direktor bei Toro Rosso verpflichtet.

Cosworth hat jetzt noch 140 Beschäftigte, und Simon Corby, Chef der Formel 1 Abteilung nimmt zur Kenntnis «dass die Tage eines unabhängigen Motorenherstellers in der Formel 1 gezählt sind.»
Na, super.

Jetzt muß man sich fragen: wozu war die ganze Motorenabrüstung gut, das Einfrieren der Technik, das Zurückstauchen unter das Niveau eines Serienautos?

Die Autowerke wollten doch gar nicht sparen. Und sie werden es auch nicht, wenn Energierück-gewinnung aus Bremskraft und Hypdridantriebe ins Spiel kommen sollen...

Autor Helmut Zwickl ist neben seiner langjährigen Tätigkeit als einer der führenden deutschsprachigen Motorsportjournalisten auch Veranstalter der Ennstal-Classic, alle Infos dazu finden Sie unter www.ennstal-classic.at

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