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Wir reden ständig von einer Reifen-WM, Reifen würden die WM entscheiden. Japan hat dieses Dogma weggewischt: die Motoren dürften letztlich diese WM entschieden haben.

Michael Schumacher hatte in Suzuka, was Alonso schon in Monza schwer beschädigte: einen kapitalen Motorschaden.

Jetzt muß der Spanier im Finale von Brasilien nur noch einen einzigen Punkt an Land ziehen und dann wäre er Weltmeister, selbst wenn Schumi gewinnt.

Alonso ist noch nicht Weltmeister, doch die Chancen, dass er diesen einen Punkt holt sind groß, Japan war für Renault ein Befreiungs-stoß.

Die Formel 1 Technik wurde heute durch Simulationen und Prüfstandversuche in einem Ausmaß perfektioniert, wie das noch vor wenigen Jahren nicht vorstellbar war.

Man hat Millionen in Qualitäts-kontrolle und Qualitätssicherung investiert. Und dann geht bei Ferrari ausgerechnet im entscheidenden Rennen ein Motor hoch.

Die Fehleranalyse wird alles offen legen, denn man kann jeden Bauteil bis zum Metallstück, aus dem er gefertigt wurde, minutiös zurückverfolgen. Jede Phase der Bearbeitung ist dokumentiert, und Zulieferfirmen wie etwa Pankl-Racing aus Kapfenberg, saßen mit angehaltenem Atem vor dem Fernseher, hoffend, dass der Keim zu diesem Motorschaden nicht in einem ihrer Bauteile steckte.

In der Turbo-Ära hatte BMW einmal ein paar kapitale Motorschäden. Aus man alles zurückverfolgte stellte man etwas kurioses fest: die Kolben wurden in einer Holzkiste über den holprigen Werks-Hof transportiert, dabei wurden sie beschädigt, was die Qualitätskontrolle nicht bemerkt hatte.

Im 24 Stunden Rennen von Le Mans wurde Porsche Ende der 60er Jahre von einem Lichtmaschinen-Desaster heimgesucht. Passiert ist folgendes: Die Lichtmaschine, die im Gebläserad eingebaut war, wurde von Bosch erzeugt. Ein Arbeiter bei Bosch wollte sie besonders gut machen, und so tupfte er auf die Drahtwicklung einen größeren Patzen von Lötzinn als normal.

Das war tödlich, denn die Fliehkraft in der rotierenden Lichtmaschine riss den schwereren Patzen los und alle Werks-Porsche starben den Stromtod.

Ich möchte jedenfalls nicht in der Haut jenes Mannes stecken, der den Sargnagel in Schumis Ferrari-Motor reinschlug...

Autor Helmut Zwickl ist neben seiner langjährigen Tätigkeit als einer der führenden deutschsprachigen Motorsportjournalisten auch Veranstalter der Ennstal-Classic, alle Infos dazu finden Sie unter www.ennstal-classic.at

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