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Erinnerungen eines Sportreporters: „Achterlabend" in Steyrling
Klein Privat

„Achterlabend" in Steyrling

Peter Klein versorgt uns diese Woche mit Einblicken und Anekdoten aus dem 2. "Acherltabend" des Jahres, bei dem sich nach alter Tradition so manche Größe der heimischen Rallyeszene einfand.

Peter Klein für den Motorline Paddock Corner

Wanderer, kommst Du leicht ermattet nach Steyrling, genieße nicht nur die prächtige Natur und die Köstlichkeiten in der "Kaiserin" von Sigi Schwarz, vertraue auch den Händen von Hermann Jaksch! Der "Jaga" hat schon viele Athleten wieder auf Vordermann gebracht, egal ob in der Leichtathletik oder bei den Langläufern, Ruderern oder Rallyepiloten. "Jaga" der Masseur mit Jagdleidenschaft, hatte schon vor vielen Jahren seine Liebe zum Rallyesport gefunden und gleich mehrere Meister in die Mangel genommen und fit gemacht. Rosenberger, Sperrer, Stengg und natürlich auch Sigi Schwarz zählen zu seiner "Kundschaft" und oft genug um Gottes Lohn! Dieses Urgestein der Heilmassage ist daher auch Stammgast in dem kleinen, aber heimeligen Dorf nahe Klaus bei Kirchdorf, mitten im Nationalpark Kalkalpen. Knapp 600 Einwohner leben hier in friedvoller Idylle, doch wenn Sigi, Mastermind der Festlichkeiten ruft, ist nicht nur die Creme de la Creme des Hochadels, sondern auch des Motorsports vor Ort. So geschehen beim 2. "Acherltabend" des Jahres, am 08. Mai.

Ok, den "Achterlabend" muss ich noch erklären und doch ist diese kulturelle Errungenschaft gut vierzig Jahre alt! Wer der "Erfinder" des Achterlabends war, ist mir heute nicht mehr bekannt. Auf jeden Fall war es eine eingeschworene Rallyegemeinde, die sich fast monatlich traf. Rallyepiloten und Sponsoren, Verantwortliche der Industrie sowie maßgebliche Journalisten der schreibenden Medien, von Funk und Fernsehen.

Man tauschte sich aus, besprach Probleme oder bevorstehende Ereignisse, suchte nach Verbesserungen in Vermarktung und Berichterstattung und fand immer einen Weg, um auch tatsächlich alle zufriedenzustellen. Zuletzt war der allgemeine Treffpunkt beim "Scherer am Judenplatz" im ersten Wiener Gemeindebezirk. Zwischen 30 und 50 Personen sorgten für eine große Umsatzsteigerung und für regelmäßigen Austausch diverser Anliegen. Und es war sehr schade, dass dieses Treffen irgendwann einmal zu Ende ging, schlagartig gab es weniger Kommunikation und dies war keineswegs positiv für den heimischen Rallyesport. Es war aber gerade der Doyen, der dem "Achterlabend" neues Leben einhauchte. Jörg Patterman, der in seiner Karriere als Co-Pilot praktisch jedes dritte Rennen gewinnen konnte, der Franz Wittmann, Ernst Harrach, Christoph Dirtl und zuletzt Achim Mörtl zu Meistertitel dirigierte, besann sich schon im vergangenen Jahr der guten, alten Tradition. Und der 6-fache Meister fand unter anderen mit dem gar 8-fachen Meister Thomas Zeltner einen organisatorischen Mitstreiter und mit Sigi Schwarz ausgerechnet zu dessen 55. Geburtstag einen genialen Gastgeber. Etwa 50 "Rallyenarren" kamen nach Steyrling, selbst Achim Mörtl packte seine Gattin samt Rollstuhl in einen Bus, um mit den erfolgreichsten Co-Piloten das Wort zu pflegen.

Alle drei Genannten sind noch in meinen Erinnerungen verankert und werden meinen Computer im Verlauf des Jahres sicher noch arg strapazieren. Aber hier und heute sind meine Erinnerungen noch beim 08. Mai, wo sich auf der Terrasse der "Kaiserin" nicht nur die genialen Veranstalter Doppelreiter, die Wallner's und Gutternigg's uns an die 1000-Hügel,- die Semperit- und die Admontrallye erinnern ließen. Helmut Deimel konnte mit einer Melange aus oberösterreichischer Rallyeaktion und einer besonderen Filmdokumentation über das Geburtstagskind die Rallyeherzen erfreuen. Angeführt von ex-Castrol - General „ Gusti“ Trubatsch und seiner sonnigen Gattin trafen viele aus Industrie und Wirtschaft wieder aufeinander, um sich auszutauschen. Armin Holenia, der schon in den späten 60er Jahren im Hörfunk über Rallyecross und Rallyes informierte, Porsche-Quertreiber Sigi Decker hatte einen weit kürzeren Weg nach Steyrling und auch Raphael Sperrer aus Kirchdorf feierte mit und man kann beruhigt festhalten, dass sich der vierfache Staatsmeister von 1996/98/2000 und 2002 nicht geändert hat. Rallyelegende Rudi Stohl nahm gerne eine 270 Kilometer lange Anreise mit seiner liebenswerten Erika in Kauf und wurde prompt im Nachhinein geehrt. Sigi`s Bruder Herbert von der großartigen Backstube Schwarz in Micheldorf hatte eine köstliche Torte zubereitet, die sich der "Safari-Rudi" auch rund drei Wochen nach seinem 75. Geburtstag schmecken ließ.

Am späteren Abend nahm Achim Mörtl seine gut gelaunte Michaela samt Rollstuhl und fuhr mehr als 200 km zurück nach Kärnten. Manche aus dem Nahbereich verabschiedeten sich nach Mitternacht im Sammeltaxi und viele aus Niederösterreich und Wien nächtigten in Sigi`s "Kaiserin". Bei einem üppigen Frühstück in der heimeligen Stube wurde der vergangene Abend besprochen, ehe der lange Heimweg angetreten wurde. Den nächsten "Achterlabend" gibt es heuer leider erst im Spätherbst,- zur Sommerzeit wollen nach der langen Pandemie einfach zu viele wieder einmal einen Urlaub auch im Ausland richtig genießen. Ich selbst werde mich indessen auch weiterhin an Persönlichkeiten und Ereignisse erinnern und hier, auf motorline.cc niederschreiben.

Danke Sigi Schwarz, Du warst wie gewohnt ein großartiger Gastgeber, der das Glück hat, auch tolles Personal in der Küche und im Service zu haben. Dass Du mit Deinen Gästen der Vergangenheit und Gegenwart viel Freude hattest, war auch am Tag danach noch zu bemerken.

Doch manchmal glaube ich, dass Dir manche Gäste besonders am Herzen liegen ...

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