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Erinnerungen eines Sportreporters: The Safarirally died in 2002
Fotos: Peter Klein privat, Subaru, Ford

The Safarirally died in 2002

Peter Klein blickt zurück auf die eigentliche Safari-Rallye, Rudi Stohl kann über die heutigen 320 SP-Gesamtkilometer nur müde lächeln, "Des samma fria in drei bis vier Stunden gfoarn" ...

Peter Klein für den Motorline Paddock Corner

„Amoi foa is no, die Safari“, hatte mir Rudi Stohl am Beginn des Jahres 2002 erzählt und es sollte beim 20. Mal auch der Abschied von Afrika sein. Über die letzten Rallyejahre des Wiener Globetrotters und besten Repräsentanten heimischer Rallyepiloten will ich aber zu einem anderen Zeitpunkt erzählen. Kenia hatte damals den jahrzehntelangen Rallyetermin zur Osterzeit verloren, Korsika, Spanien und Zypern waren im März und April am Programm und dort waren unsere Jungstars Harrach, Mörtl und Stohl jun unterwegs.

Doch aus gegebenem Anlass ist die Safarirallye diesmal mein Thema, ist sie doch nun wieder Teil der Weltmeisterschaft. Also flugs die Website angewählt, starke Beteiligung auf der Nennliste festgestellt, aber dann, beim Zeitplan, die Welt nicht mehr verstanden. 2002 hatte man am ersten Tag fast 340 Wertungskilometer zurückzulegen, es wurde bis Einbruch der Dunkelheit gefahren und Rudi meinte damals eher gelangweilt:

„Vua zehn Joa woa de Safari no fost vierahoibtausend Kilometa laung, heite nua mea 1100, des is jo scho a Schprintrallye!“ Und wir erinnerten uns an die 90er Jahre, an die Schlammschlachten und Staubfontänen, an schlechte Sicht, an Regen und Trockenheit, an Abenteuer und permanenten Herausforderungen. An Bilder, die nie aus unseren Köpfen zu verdrängen waren.

Aber zurück zum Zeitplan und zu den diversen Sonderprüfungen und ich wurde fassungslos. Die Safarirallye 2021 wird ausschließlich östlich von Nairobi gefahren, der zentrale Serviceplatz nahe Naivasha, rund 60 Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Jeweils rund 134 Kilometer an den ersten beiden Tagen – und nur noch 53 Kilometer am abschließenden dritte Tag. „Rudi, was sagst Du dazu?“, wollte ich wissen.

„No jo, am drittn Tog sans scho a bissl miad, do gengan nua mea fuffzg Kilometa“, lacht unser Marathonmann und seufzt: „Do untn wolltens unbeingt wieder an WM-Lauf und a poa wern guat vadina, wern richtig Kohle machen und so missn sa si eben an de Vorgaben hoitn. Wiavü SP-Kilometa foans, 320 aun drei Tog? Des samma fria in drei bis vier Stunden gfoarn.“

Und ich will noch wissen, was ein Mann wie Rudi Stohl von einer derartigen Safarirallye hält? „Nix“, lautet die zu erwartende Anrwort, „die Safari is vua zwanzg Joa gsturbn.“ Und ich denke noch, er hat recht, der alte Stohl. Einige werden sich eine goldene Nase verdienen, aber die Teilnehmer von 2021 werden nie erfahren, was eine SAFARI einmal war, damals im vergangenen Jahrhundert….

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